Zum ersten Mal in der 19-jährigen Geschichte von Car and Driver ‘s Lightning Lap hat ein Kombi die Herausforderung gemeistert und nicht irgendein Kombi – der 2026 Audi RS6 Avant Performance. Dieses 621 PS starke Biest umrundete den Virginia International Raceway (VIR) in rasanten 2:55,5 und bewies damit, dass Funktionalität nicht auf Kosten der Leistung gehen muss.
Neue Maßstäbe setzen
Der RS6 Avant Performance ist nicht nur schnell; es ist eine Aussage. Es ist ein Fahrzeug, das über die Konventionen der Automobilindustrie lacht. Während es sich bei vielen Hochleistungsautos um schlanke Coupés mit niedrigem Aufbau oder um reine Sportwagen handelt, handelt es sich beim RS6 um einen Kombi, der Lebensmittel transportieren kann und Supersportwagen hinter sich lässt. Dieses spezielle Modell, das mit optionalen Carbon-Keramik-Bremsen und Continental SportContact 7-Reifen ausgestattet ist, erreichte auf der vorderen Geraden von VIR 151,1 Meilen pro Stunde, bevor es so stark bremste, dass der Fahrer möglicherweise intergalaktische Radiowellen hätte abfangen können.
Mit der Hitze umgehen
Der RS6 fährt nicht nur schnell; es hält aus. Bremstemperaturmessungen aus dem Test zeigten, dass die Bremssättel des RS6 Avant 330 Grad Fahrenheit erreichten und damit mit denen des VW Golf R mit den heißesten Bremsen unter den getesteten Fahrzeugen mithalten konnten. Und das, obwohl der RS6 fast 1.000 Pfund mehr wiegt als der Golf R und massive 17,3-Zoll-Carbon-Keramik-Bremsscheiben gepaart mit 10-Kolben-Bremssätteln verwendet. Die Hitze zeigt, wie hart das Auto gearbeitet hat, um die Geschwindigkeit in den unnachgiebigen Kurven von VIR aufrechtzuerhalten.
Die Kompromisse
Obwohl der RS6 eine beeindruckende Leistung bietet, ist er nicht perfekt. Die serienmäßige Luftfederung sorgt selbst in der niedrigsten Einstellung für ein deutliches Wanken der Karosserie. Dies bedeutet, dass sich das Auto bei schnellen Kurvenfahrten spürbar neigt und der Fahrer seine Rumpfmuskulatur stärken und die Knie anspannen muss, um aufrecht zu bleiben. Ein strafferes, sportlicheres Fahrwerk mit Dynamic Ride Control (DRC) würde wahrscheinlich noch mehr Zeit auf der Runde einsparen, aber diesem Testwagen fehlte dieses Upgrade.
Ein erstklassiger Familientransporter
Trotz seiner Mängel ist die Rundenzeit des RS6 Avant Performance mit 2:55,5 schneller als die Zeit des vorherigen Audi R8 V10 Plus. Es ist bemerkenswert, einen 602 PS starken Mittelmotor-Sportwagen mit einem Kombi zu schlagen, der Passagiere und Fracht befördern kann. Und das war nicht nur der schnellste Wagen – er war schneller als fast alle anderen im Test.
Der Audi RS6 Avant Performance beweist, dass die Funktionalität nicht zugunsten der Leistung geopfert werden muss. Es ist eine Maschine, die die Strecke dominieren und trotzdem einen Golden Retriever ziehen kann. Die Zukunft der Hochleistungsfahrzeuge ist da und sie ist überraschend geräumig.
