Eine neue Studie zeigt, dass Australier aufgrund des zunehmenden finanziellen Drucks zunehmend auf die Wartung wichtiger Autos verzichten oder diese verzögern. Der Trend verdeutlicht einen umfassenderen Wandel im Verbraucherverhalten, da die Haushaltsbudgets knapper werden und schwierige Kompromisse zwischen unmittelbaren Ausgaben und der langfristigen Fahrzeuggesundheit erzwungen werden.
Aufgeschobene Serviceleistungen und vernachlässigte Reparaturen
Ein aktueller Bericht von Canstar zeigt, dass 57 % der australischen Haushalte im vergangenen Jahr Autoausgaben verschoben, reduziert oder storniert haben. Fast die Hälfte (49 %) der 2.700 befragten Autobesitzer gaben zu, die geplante Wartung zu verschieben, während 28 % den Kauf eines neuen Fahrzeugs hinauszögerten und 17 % diese Pläne ganz verwarfen.
Noch besorgniserregender ist, dass 25 % der Befragten angaben, notwendige Reparaturen zu vernachlässigen, darunter wichtige Sicherheitskomponenten wie Bremsbeläge und Reifen. Diese Entscheidung stellt ein direktes Risiko für die Verkehrssicherheit dar, da eine verzögerte Wartung zu mechanischen Ausfällen und Unfällen führen kann.
Generationentrends und regionale Unterschiede
Jüngere Bevölkerungsgruppen sind überproportional betroffen. 69 % der Generation Z und 67 % der Millennials haben ihre Autoausgaben gesenkt, verglichen mit 60 % der Generation X und 42 % der Babyboomer.
Die finanzielle Belastung ist nicht gleichmäßig über das ganze Land verteilt. Victoria und Westaustralien melden die höchsten Raten verspäteter oder stornierter Autokäufe, wobei 60 % der Autofahrer in diesen Bundesstaaten ähnliche Entscheidungen treffen. Tasmanien, New South Wales, Südaustralien und Queensland folgen mit 59 %, 57 %, 56 % bzw. 54 %.
Über die Wartung hinaus: Kraftstoffqualität und Versicherungskürzungen
Um Geld zu sparen, gehen einige Besitzer auch Kompromisse bei der Kraftstoffqualität ein (17 %) oder reduzieren die Fahrfrequenz. Eine beträchtliche Anzahl – 21 % – hat den nicht obligatorischen Kfz-Versicherungsschutz gekündigt oder reduziert und setzt sich damit bei Unfällen einem höheren finanziellen Risiko aus. Kleine, aber beachtliche 5 % haben ein Fahrzeug verkauft, ohne es zu ersetzen, was auf eine dauerhaftere Veränderung der Transportgewohnheiten hindeutet.
Die steigenden Transportkosten
Der Trend geht mit steigenden Transportkosten einher. Das Australian Bureau of Statistics meldete einen Anstieg der Inflation von 3,4 % auf 3,8 % bis Dezember 2023, aber die Australian Automobile Association (AAA) behauptet, dass Haushalte jetzt 15,6 % ihres Einkommens für den Transport ausgeben, also durchschnittlich 452 US-Dollar pro Woche – ein Anstieg von fast 100 US-Dollar in fünf Jahren.
„Wenn es um Ihr Auto geht, muss die Sicherheit an erster Stelle stehen, weit vor dem Sparen, daher müssen Wartung und Instandhaltung auf der Liste der nicht verhandelbaren Dinge stehen“, sagt Sally Tindall, Director of Data Insights bei Canstar.
Langfristige Folgen
Der Verzicht auf die Wartung kann kurzfristig zu Einsparungen führen, birgt jedoch das Risiko höherer Reparaturkosten und verringert die Lebensdauer des Fahrzeugs. Eine Verzögerung der Wartung kann auch den Wiederverkaufswert senken. Die Studie unterstreicht eine schwierige Realität für viele australische Autofahrer: Das finanzielle Überleben hat Vorrang vor der Vorsorge, auch wenn dies eine Beeinträchtigung der Sicherheit oder des langfristigen Werts bedeutet.






















