Der Fahrzeugvermietungssektor im Vereinigten Königreich verzeichnet einen Anstieg der Leasingverträge für Elektroautos, doch Zahlen aus der Branche zeigen, dass die Unternehmen im kommenden Jahr mit erheblichen finanziellen Verlusten rechnen müssen. Fast die Hälfte (47 %) aller geleasten Firmenwagen sind inzwischen elektrisch, was auf steuerliche Anreize und eine Abkehr von traditionellen Kaufmodellen zurückzuführen ist. Dieser schnelle Übergang bringt jedoch erhebliche Herausforderungen im Zusammenhang mit Abschreibung, Wartung und Marktvolatilität mit sich.
Geschäftliche vs. persönliche Nachfrage: Eine wachsende Kluft
Die neuesten Daten der British Vehicle Rental and Leasing Association (BVRLA) zeigen eine klare Divergenz zwischen Geschäfts- und Privatleasing-Trends. Die Flotten von Business Contract Rental (BCH) sind um 7,9 % auf über 936.000 Fahrzeuge gewachsen, wobei Elektromodelle mit 47 % dominieren. Dieses Wachstum wird durch eine günstige Sachleistungsbesteuerung (BIK) vorangetrieben, die Elektrofahrzeuge für Firmenfahrer finanziell attraktiv macht.
Umgekehrt sind die Flotten der Privatvertragsmiete (PCH) um 3,7 % auf rund 237.000 Fahrzeuge geschrumpft, da die Verbraucher angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage zögern. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist der boomende Markt für Gehaltsverzicht, der sich mehr als verdoppelt hat (plus 123 %) auf fast 209.000 Fahrzeuge.
Gehaltseinbußen ermöglichen es Arbeitnehmern, Autos über ihren Arbeitgeber zu leasen, was erhebliche Steuervorteile bietet, insbesondere bei emissionsarmen Fahrzeugen. Dies treibt die Einführung von Elektrofahrzeugen noch schneller voran, da 83 % dieser Leasingverträge elektrisch sind.
Die finanzielle Belastung der Energiewende
Während der Elektroboom unbestreitbar ist, müssen Leasinggesellschaften bei einigen Elektromodellen bereits „fünfstellige Verluste“ hinnehmen. Der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge entwickelt sich schleppend, und aggressive Preisnachlässe zur Erfüllung staatlicher Auflagen führen zu einer Aushöhlung des Restwerts. Die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) schätzt, dass die Rabatte bis 2025 durchschnittlich 11.000 £ pro Fahrzeug betragen könnten.
Darüber hinaus erhöhen das Aufkommen neuer Elektrofahrzeugmarken und die Möglichkeit, dass einige aus dem Markt austreten, die Unsicherheit. Auch die Besorgnis über die neue Pay-per-Mile-Steuer (eVED) auf Elektrofahrzeuge nimmt zu, die die Gebrauchtwagennachfrage weiter dämpfen könnte.
Wartungskosten: Eine versteckte Herausforderung
Leasingunternehmen berichten, dass es trotz allgemein zuverlässiger EV-Technologie schwierig ist, für Verträge mit inklusiver Wartung eine genaue Preisgestaltung vorzunehmen. Elektrofahrzeuge erfordern einen häufigeren (und teureren) Reifenwechsel und höhere Wiederherstellungs-/Reparaturkosten, wenn Probleme auftreten. Die Branche ist nach wie vor zuversichtlich, dass die Batterie bei mehreren Leasingverträgen langlebig ist, doch diese Kosten geben weiterhin Anlass zu großer Sorge.
Trotz dieser Herausforderungen wächst der Gebrauchtwagenmarkt innerhalb der BCH-Flotte (plus 290 % im Vergleich zum Vorjahr), da Unternehmen versuchen, Verluste durch den Verkauf älterer Fahrzeuge auszugleichen, selbst angesichts preisaggressiver neuer Elektrofahrzeuge.
Die schnelle Umstellung auf Elektrofahrzeuge verändert den britischen Vermietungssektor und schafft sowohl Chancen als auch erhebliche finanzielle Risiken. Leasingunternehmen müssen sich in einem volatilen Markt mit sinkenden Restwerten, steigenden Wartungskosten und Unsicherheit über die langfristige Nachfrage zurechtfinden. Die Anpassungsfähigkeit der Branche wird über ihre Rentabilität in den kommenden Jahren entscheiden.
