Rückstand bei Fahrprüfungen: Lernende stehen vor jahrelangen Verzögerungen

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Fahrschüler im Vereinigten Königreich sind mit Wartezeiten bei Fahrprüfungen von bis zu sechs Monaten konfrontiert, wobei der Rückstand voraussichtlich noch mindestens die nächsten zwei Jahre anhalten wird. Ein neuer Bericht des National Audit Office (NAO) deckt systemische Probleme innerhalb der Driver and Vehicle Standards Agency (DVSA) auf, die sie daran hindern werden, ihre eigenen Ziele zur Beseitigung des Rückstands bis Ende 2025 zu erreichen.

Auswirkungen der Pandemie und ungelöster Rückstand

Die Krise ist auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen, die dazu führte, dass 1,1 Millionen weniger Fahrprüfungen durchgeführt wurden. Während 400.000 davon umgebucht wurden, bleiben weitere 360.000 aufgrund betrieblicher Mängel ausstehend. Das Buchungssystem der DVSA hat Schwierigkeiten, der Nachfrage gerecht zu werden, trotz weit verbreiteter Forderungen nach einer Aufstockung des Personals.

Dies ist wichtig, da Fahrprüfungen eine Voraussetzung für selbständiges Fahren sind, was sich auf die Fähigkeit der Menschen auswirkt, zu arbeiten, zu studieren und Zugang zu Möglichkeiten zu erhalten. Der Rückstand schafft reale Hindernisse, insbesondere in Gebieten mit eingeschränktem öffentlichen Nahverkehr.

Personalmangel und Betriebsausfälle

Trotz des Nachfrageschubs hat die DVSA seit 2021 nur 83 Vollzeitprüfer eingestellt und damit ihr Ziel von 400 Neueinstellungen nicht erreicht. Im Bericht des NAO wird die Agentur direkt dafür kritisiert, dass sie es versäumt hat, Personal effektiv einzustellen und zu halten, und dass sie den anhaltenden Anstieg der Nachfrage über den anfänglichen Rückstand bei der Pandemie hinaus falsch eingeschätzt hat.

Das System der DVSA „funktioniert für Fahrschüler nicht gut“, kommt der Bericht zu dem Schluss. Das ist nicht nur eine Unannehmlichkeit; Es ist ein Planungsfehler, der Tausende von Menschen betrifft, die für wichtige Aktivitäten auf das Auto angewiesen sind.

Der Aufstieg von Buchungen über Dritte

Aufgrund der Verzögerungen greifen 31 % der Fahrschüler jetzt auf Buchungsdienste von Drittanbietern zurück, um sich Prüfungsplätze zu sichern, wobei einige bis zu 500 £ zahlen – das Achtfache der standardmäßigen DVSA-Gebühr von 62 £. Dadurch entsteht ein unfaires System, in dem diejenigen Vorrang haben, die es sich leisten können, mehr zu bezahlen, während andere auf unbestimmte Zeit warten müssen.

Zukunftsaussichten und staatliche Intervention

Das NAO geht davon aus, dass die Wartezeiten trotz des ursprünglichen Ziels Ende 2025 erst im November 2027 auf normale sieben Wochen zurückkehren werden. Die DVSA führt im November 2025 ein neues Buchungssystem ein, um Buchungen Dritter zu blockieren, und hat außerdem Einbehalte in Höhe von £5.000 für Prüfer angekündigt, um die Fluktuation zu reduzieren.

Das Verkehrsministerium erkennt die Probleme an und erklärt, dass sie „ein frustrierendes System geerbt“ haben und Maßnahmen ergreifen, einschließlich der Entsendung von Militärprüfern und der Einschränkung der Testverschiebung ab Frühjahr 2026. Die DVSA hat außerdem die Testkapazität zwischen Juni und November 2025 im Vergleich zu 2024 um 74.847 Tests erhöht.

Fazit: Der Rückstand bei den Führerscheinprüfungen ist ein ernstes Problem mit systemischen Wurzeln. Während die Regierung Schritte unternimmt, um das Problem anzugehen, sollten sich Lernende auf absehbare Zeit auf anhaltende Verzögerungen einstellen. Die Situation verdeutlicht die Notwendigkeit einer besseren Planung, Investitionen in die Personalausstattung und eines gerechteren Zugangs zu wesentlichen Dienstleistungen.