Die Marke Exeed von Chery plant, zu den ersten Automobilherstellern zu gehören, die ein Serienfahrzeug mit Feststoffbatterie anbieten. Die Markteinführung des Liefeng Shooting Brake-Modells ist für 2026 geplant. Das Fahrzeug soll selbst bei extremer Kälte (-30 °C oder -22 °F) eine Reichweite von 1.500 km (932 Meilen) bieten. Dieser Schritt signalisiert einen schnellen Vorstoß in Richtung Batterietechnologie der nächsten Generation, wirft aber auch Fragen über die tatsächliche Einsatzbereitschaft von Festkörperbatterien auf.
Festkörperbatterietechnologie und Cherys Ansatz
Der Liefeng wird Cherys Festkörperbatterie Rhino S nutzen und eine Energiedichte von 600 Wh/kg anstreben. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien, die flüssige Elektrolyte verwenden, ersetzen Festkörperbatterien die brennbare Flüssigkeit durch ein festes Material, was theoretisch die Sicherheit und Energiedichte erhöht. Chery konzentriert sich auf oxidbasierte Festelektrolyte, einen der drei Hauptansätze (neben Polymer und Sulfid), die derzeit erforscht werden.
Der von Chery angepriesene Hauptvorteil ist die zuverlässige Leistung bei kalten Temperaturen. Bestehende Elektrofahrzeuge erleiden bei kaltem Wetter oft einen erheblichen Reichweitenverlust; Ziel des Liefeng ist es, diese Einschränkung zu umgehen. Das Unternehmen behauptet, dass seine Batterien bei -30 °C effektiv funktionieren, ein kritischer Faktor für Märkte mit strengen Wintern.
Leistungsspezifikationen
Darüber hinaus soll der Liefeng über eine 800-V-Architektur und einen Hochgeschwindigkeits-Elektromotor verfügen, der 30.000 U/min erreichen kann. Diese Konfiguration soll eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (0 auf 62 mph) in weniger als 3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h (162 mph) ermöglichen. Damit positioniert sich der Liefeng fest im Segment der Hochleistungs-Elektrofahrzeuge.
Phasenweise Einführung und Skepsis der Branche
Chery beabsichtigt, im Jahr 2026 die ersten mit Festkörperbatterien ausgestatteten Fahrzeuge in Fahrdienst- und Mietflotten einzusetzen. Dieser Ansatz ermöglicht die Erfassung realer Daten, bevor die Massenproduktion im Jahr 2027 beginnt. Der Zeitplan des Unternehmens lässt Zuversicht vermuten, Branchenexperten bleiben jedoch vorsichtig.
Auf der World Power Battery Conference 2025 in Sichuan, China, warnten führende Batterie- und Automobilexperten, dass die groß angelegte Kommerzialisierung von Festkörperbatterien noch in weiter Ferne liegt. Trotz der jüngsten Durchbrüche bestehen weiterhin erhebliche Hürden bei der Skalierung der Produktion und der Gewährleistung langfristiger Stabilität. Die nächsten Jahre werden entscheidend dafür sein, ob die Festkörpertechnologie ihr Potenzial ausschöpfen kann.
Der Erfolg von Cherys Plan hängt von der Bewältigung der Herstellungsherausforderungen und dem Nachweis der Haltbarkeit seiner Festkörperbatterien unter realen Bedingungen ab.
Letztendlich wird Cherys aggressiver Zeitplan ein entscheidender Test für die gesamte Festkörperbatterieindustrie sein. Der Start von Liefeng wird entweder das Versprechen der Technologie bestätigen oder die Skepsis hinsichtlich ihrer kurzfristigen Realisierbarkeit verstärken.























