Stellantis-Händler äußern offen ihre Unzufriedenheit mit dem bisherigen Management unter Carlos Tavares und werfen ihm vor, das Unternehmen durch übermäßige Kostensenkungen in Richtung eines „langweiligen Transportmodells“ zu lenken. Der Stimmungsumschwung ist bemerkenswert, da die Händler nun ihr Vertrauen in die neue Führung von Antonio Filosa zum Ausdruck bringen, von dem man annimmt, dass er den Fokus wieder auf Begeisterung und Markenidentität legt.
Das Vermächtnis von Tavares: Ein Fokus auf Kostensenkung
Laut Sean Hogan, Vorsitzender des US-amerikanischen Stellantis National Dealer Council (NDC), stand bei Tavares‘ Amtszeit die finanzielle Effizienz über der Markenattraktivität. Händler behaupten, dass dieser Ansatz das Risiko birgt, die Kernstärken von Jeep, Ram, Dodge und Chrysler zu untergraben, indem Elemente entfernt werden, die sie einzigartig gemacht haben.
„Tavares hat versucht, unsere Marken in ein langweiliges Transportunternehmen zu integrieren. Das sind nicht wir … Er hat geschnitten und er hat geschnitten und er hat geschnitten.“
Diese Kritik verdeutlicht eine grundlegende Spannung innerhalb von Stellantis: die Balance zwischen finanzieller Leistung und der Notwendigkeit, in einem wettbewerbsintensiven Markt eindeutige Markenidentitäten aufrechtzuerhalten. Das Thema ist wichtig, weil Automobilmarken von emotionalen Bindungen leben; Wenn man die Aufregung wegnimmt, besteht die Gefahr, dass treue Kunden abgeschreckt werden.
Filosas Wiederbelebung: Investitionen und neue Modelle
Die Ankunft von Antonio Filosa hat Berichten zufolge eine Wende eingeleitet. Das NDC lobt Filosa für die Wiedereinführung wichtiger Funktionen wie der Hemi-Engine und die Bereitstellung von 13 Milliarden US-Dollar an US-Investitionen bis zum Ende des Jahrzehnts.
Kommende Modelle, darunter ein Dodge Durango der nächsten Generation und ein neuer Ram-SUV, sorgen für Aufregung. Hogan beschreibt den Ram-SUV als „kraftvoll und sexy aussehend“ und betont sein unverwechselbares Design und seine Ausrichtung auf die DNA der Marke. Die Wiedereröffnung des Werks in Belvidere zur Produktion der Jeep Compass- und Cherokee-Modelle für 2027 untermauert diesen positiven Wandel weiter.
Optimierung des Portfolios: Bewertung der Markenlebensfähigkeit
Trotz des Optimismus führt Filosa auch eine strenge Bewertung der 14 Marken von Stellantis durch. Berichte deuten darauf hin, dass einige europäische Marken aufgrund von Überschneidungen und schlechter finanzieller Leistung möglicherweise nicht mehr verkauft werden. Dieser möglicherweise schmerzhafte Schritt spiegelt einen breiteren Konsolidierungstrend in der Branche wider, bei dem Automobilhersteller ihre Portfolios rationalisieren, um die Effizienz zu verbessern und Kannibalisierung zu reduzieren.
Die Herausforderung für Filosa besteht darin, zu entscheiden, welche Marken langfristig erfolgreich sein können. Die Beibehaltung zu vieler sich überschneidender Marken birgt die Gefahr einer Verwässerung der Ressourcen und einer Verwirrung der Verbraucher. Der Volkswagen-Konzern verfügt trotz seiner Größe über eine schlankere Markenstruktur, was darauf hindeutet, dass Stellantis möglicherweise schwierige Entscheidungen treffen muss.
Ein optimistischerer Ausblick
US-Händler bringen Stellantis nun größeres Vertrauen entgegen als jemals zuvor seit der Fusion im Jahr 2021. Trotz eines Umsatzrückgangs von 3 % in den USA im vergangenen Jahr schüren der Zustrom von Investitionen und die Aussicht auf neue Modelle den Optimismus. Die Rückkehr des TRX, die Pläne für einen neuen Dakota-Truck und die bevorstehende Einführung des Ram-SUV werden allesamt als positive Indikatoren gewertet.
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass Stellantis unter Filosa offenbar eine Kurskorrektur vorgenommen hat. Das Unternehmen scheint nun besser auf die Wünsche seiner US-Kunden ausgerichtet zu sein und legt Wert auf Markenidentität und Begeisterung gegenüber strikter Kostensenkung. Dieser Strategiewechsel könnte für den langfristigen Erfolg im hart umkämpften Automobilmarkt von entscheidender Bedeutung sein.
