GWM hat den Haval H6 mit seinem ersten lokalisierten australischen Tuning offiziell veröffentlicht und markiert damit einen wichtigen Wendepunkt für die Präsenz des chinesischen Autoherstellers auf dem ozeanischen Markt. Diese Version ist das Debütprodukt des „AT-1“-Programms (ausgesprochen „at one“) der Marke, einer speziellen technischen Initiative, die darauf abzielt, Fahrzeuge speziell an die besonderen Fahrbedingungen in Australien und Neuseeland anzupassen.
Das AT-1-Programm: Engineering für lokale Bedingungen
Seit vielen Jahren stehen internationale Automarken in der Kritik, weil sie „globale“ Modelle verkaufen, die sich für das raue, oft unvorhersehbare Gelände der australischen Landschaft ungeeignet anfühlen. GWM versucht, diese Lücke durch seine AT-1-Philosophie zu schließen.
Anstatt ein „Einheits-Update“ anzuwenden, konzentriert sich das Programm auf einen langfristigen Verfeinerungszyklus. Um dies zu erreichen, hat GWM eine dauerhafte Präsenz auf dem ehemaligen General Motors-Testgelände in Lang Lang, Victoria eingerichtet und den erfahrenen Ingenieursexperten Rob Trubiani (ehemals Holden) als Leiter der Entwicklung engagiert.
Das Ziel des Programms besteht darin, drei spezifische Bereiche anzusprechen:
– Fahrverhalten und Handling: Kalibrieren der Federung für lokale Straßen.
– ADAS-Verfeinerung: Optimierung fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme, um sie an das lokale Fahrverhalten anzupassen.
– Fähigkeit: Verbesserung der Zugleistung und der allgemeinen Fahrdynamik.
Präzises Tuning über alle Varianten hinweg
Da GWM erkannt hat, dass unterschiedliche Motoren und Antriebsstränge das Fahrgefühl eines Autos verändern, hat GWM eine pauschale Anpassung vermieden. Stattdessen verfügt der Haval H6 über fünf verschiedene Fahrzeugtunings, die auf seine spezifischen Konfigurationen zugeschnitten sind:
- Nicht-Hybrid-2WD
- Hybrid-2WD
- Hybrid-Allradantrieb
- Plug-in-Hybrid (PHEV) 2WD
- Plug-in-Hybrid (PHEV) AWD
Jede Variante wurde strengen Tests unterzogen, die etwa 24 vordere und 40 hintere Aufhängungsdämpferabstimmungen sowie eine umfassende Lenkungskalibrierung umfassten. Dieser granulare Ansatz stellt sicher, dass das Gewicht und die Leistungsabgabe des Fahrzeugs perfekt auf die Federungsabstimmung abgestimmt sind.
„Das Ergebnis ist ein kohärenterer und sichererer Charakter mit deutlichen Verbesserungen in alltäglichen Fahrszenarien“, sagt Rob Trubiani.
Warum dies für GWM und den globalen Markt wichtig ist
Dieser Schritt stellt mehr als nur ein lokales Upgrade dar; Es ist ein strategischer Schachzug, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Durch die Beschäftigung lokaler Experten und die Nutzung australischer Testgelände signalisiert GWM, dass es nicht mehr nur Fahrzeuge importiert, sondern diese aktiv lokalisiert, um den regionalen Erwartungen an Qualität und Haltbarkeit gerecht zu werden.
Darüber hinaus sollen die aus dem AT-1-Programm gewonnenen Erkenntnisse in die globale Engineering-Datenbank von GWM einfließen und möglicherweise Einfluss darauf haben, wie die Marke Fahrzeuge für Märkte weltweit entwickelt.
Was kommt als nächstes?
Während die verbesserten 2WD-Varianten derzeit in den Ausstellungsräumen erhältlich sind, wird erwartet, dass die restlichen Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modelle in Kürze folgen. Während GWM nicht bestätigt hat, welche Modelle als nächstes die AT-1-Behandlung erhalten werden, gehen Branchenbeobachter davon aus, dass größere, robustere Fahrzeuge – wie der Tank 500 SUV oder der Cannon ute – die wahrscheinlichsten Kandidaten für eine zukünftige Lokalisierung sind.
Fazit: Die Einführung des getunten Haval H6 markiert den Übergang von GWM von einem reinen Importeur zu einem lokalen Hersteller, der gezielte australische Ingenieurskunst einsetzt, um die Fahrzeugleistung zu verbessern und die Glaubwürdigkeit der Marke in der ANZ-Region zu stärken.
