Die britische Rennsportikone Lola hat ihren legendären T70 wieder zum Leben erweckt, nicht als bloßes Retro-Revival, sondern als Hochleistungs-Supersportwagen mit Straßenzulassung. Der T70S GT ist eine Neuinterpretation des klassischen Mk3B – der 1969 die 24 Stunden von Daytona dominierte – mit moderner Technik und einem überraschenden Engagement für nachhaltige Materialien.
Kraft und Leistung
Das Herzstück des T70S GT ist ein 6,2-Liter-Chevrolet-V8-Saugmotor mit 500 PS. Dies ist mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe von Hewland gekoppelt, das für den Einsatz auf der Rennstrecke in den sequentiellen Modus geschaltet werden kann, ähnlich dem innovativen CC850-System von Koenigsegg. Das leichte Aluminium-Chassis des Fahrzeugs trägt zu einem beeindruckenden Trockengewicht von nur 890 kg bei, was zu einem Leistungsgewicht von 562 PS pro Tonne führt.
Die Leistungsdaten sind beeindruckend: 0-62 Meilen pro Stunde in 2,9 Sekunden, wobei 124 Meilen pro Stunde in nur 6,4 Sekunden erreicht werden. Damit liegt er in puncto Geschwindigkeit klar unter den Mainstream-Supersportwagen-Konkurrenten wie dem Lamborghini Revuelto. Die Doppelquerlenker-Aufhängung mit einstellbarem Gewindefahrwerk sorgt für optimales Handling auf der Straße und auf der Rennstrecke.
Track-fokussierte Variante
Für Puristen bietet Lola auch den T70S an, eine reine Schienenversion. Der 5,0-Liter-Chevrolet-V8 (530 PS) und das Fünfgang-Hewland-Getriebe bleiben erhalten. Bei einem Gewicht von nur 860 kg steigt sein Leistungsgewicht auf 616 PS pro Tonne, was einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h ermöglicht.
„Der Rennwagen ist identisch mit dem Original“, bestätigt Lola-Vorstandsvorsitzender Till Bechtolsheimer. „Jede Rennversion wird FIA-konform sein und für historische Rennen zugelassen sein.“
Nachhaltige Materialien: Ein neuer Ansatz
Der vielleicht bemerkenswerteste Aspekt des T70S GT ist seine Konstruktion. Lola hat ein zusammengesetztes Körpermaterial aus Pflanzenabfällen und Basaltgestein entwickelt, das mit Harz auf Zuckerrohrbasis anstelle herkömmlicher petrochemischer Klebstoffe gebunden ist. Das Unternehmen behauptet, dieses neue Material sei stärker als Glasfaser und biete eine überlegene Veredelung gegenüber Kohlefaser.
Bei dieser Wahl geht es nicht darum, die Leistung zu beeinträchtigen; Es ist ein bewusster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Bechtolsheimer betonte: „Es wird keinen Einfluss auf die Leistung des Autos haben, aber es wird sich massiv auf die Nachhaltigkeit seiner Konstruktion auswirken.“
Die Wiederbelebung des Lola T70 stellt eine seltene Mischung aus Rennsporttradition, moderner Technik und zukunftsweisender Materialwissenschaft dar. Das Unternehmen zeigt, dass Hochleistungsfahrzeuge sowohl Geschwindigkeit als auch Umweltverantwortung übernehmen können.























