Lotus führt die Verbrennungskraft mit dem 939 PS starken Elektro-Plug-in-Hybrid wieder ein

14

Lotus hat bei seinem rein elektrischen Engagement eine Kehrtwende gemacht und eine Plug-in-Hybrid-Version (PHEV) seines Eletre-SUV vorgestellt, die im Juni dieses Jahres in Europa auf den Markt kommen soll. Der Schritt stellt einen bedeutenden Wandel für die Marke von Geely dar und richtet sich an eine breitere Kundenbasis, die davor zurückschreckt, vollständig auf Elektrofahrzeuge umzusteigen.

Hybridkraft und Leistung

Der Eletre PHEV, der in China als „For Me“ und in Europa als „Eletre X“ vermarktet wird, kombiniert einen 2,0-Liter-Turbobenzinmotor mit zwei Elektromotoren und leistet zusammen 939 PS. Dies übertrifft die maximale Leistung des rein elektrischen Eletre R um 47 PS und ermöglicht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 3,3 Sekunden.

Der Antriebsstrang verfügt über eine 70-kWh-Batterie – kleiner als das 108-kWh-Paket des Elektrofahrzeugs – und bietet eine rein elektrische Reichweite von 217 Meilen (WLTP-Zyklus). Die kombinierte Reichweite beträgt etwa 750 Meilen, diese Zahl hängt jedoch von den Fahrbedingungen und der Nutzung ab. Der Akku unterstützt ultraschnelles 6C-Laden, wodurch er in weniger als acht Minuten von 30 % auf 80 % aufgeladen werden kann.

Positionierung gegenüber Luxuskonkurrenten

Lotus positioniert den Eletre X direkt im Vergleich zu leistungsstarken Luxus-SUVs wie dem Lamborghini Urus und Ferrari Purosangue. Der Urus, jetzt ausschließlich als PHEV mit 789 PS erhältlich, dient als wichtiger Maßstab für Lotus. CEO Feng Qingfeng verwies bei der Auftaktveranstaltung ausdrücklich auf diese Konkurrenten und verdeutlichte damit die Ambition von Lotus, im oberen Marktsegment zu konkurrieren.

Technologie- und Fahrwerksverfeinerung

Der Eletre X verfügt über das 6D Digital Dynamic Chassis von Lotus, das mit einem adaptiven 48-V-Stabilisator ausgestattet ist. Diese Technologie zielt darauf ab, dem „bootähnlichen“ Fahrverhalten größerer SUVs entgegenzuwirken und die Stabilität und Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Das Gewicht des Fahrzeugs liegt zwischen 2575 kg und 2625 kg, ähnlich wie beim vollelektrischen Eletre.

Strategischer Wandel und finanzielle Auswirkungen

Die Entscheidung von Lotus, einen PHEV anzubieten, ist darauf zurückzuführen, dass die Verkäufe seiner vollelektrischen Modelle langsamer als erwartet ausfielen. Das Unternehmen hatte zuvor versprochen, bis 2028 ausschließlich auf Elektrofahrzeuge umzusteigen, doch veränderte Marktrealitäten zwangen zu einer Kehrtwende. CEO Feng Qingfeng betonte, dass PHEVs den Umsatz in Regionen ankurbeln werden, in denen die Einführung von Elektrofahrzeugen zurückbleibt, wie etwa Italien und Saudi-Arabien.

Die Einführung von PHEVs dürfte auch die Rentabilität von Lotus verbessern, da das Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen Betriebsverlust von 357 Millionen US-Dollar meldete. Das Hybridmodell bietet eine Alternative für Kunden, die nicht bereit sind, vollständig auf Elektroantrieb umzusteigen.

Die Hybridstrategie von Lotus ist eine pragmatische Reaktion auf die Marktbedingungen und eröffnet Vertriebskanäle, die zuvor durch die Zurückhaltung der Verbraucher gegenüber Elektrofahrzeugen verschlossen waren. Dieser Dreh- und Angelpunkt könnte für den finanziellen Turnaround der Marke von entscheidender Bedeutung sein.

Lotus plant außerdem eine PHEV-Version seines Emira-Sportwagens, die im Jahr 2027 an die Abgasnorm Euro 7 angepasst werden soll. Die zugrunde liegende „X-Hybrid“-Technologie wird mit dem 9X-SUV des Lotus-Geschwisters Zeekr geteilt, was auf Potenzial für zukünftige Leistungssteigerungen schließen lässt.