Moderne Hochleistungsautos werden immer dicker, und das liegt nicht an schlechter Technik – es ist eine direkte Folge immer strengerer Emissionsvorschriften. Der aktuelle Audi RS5 Avant mit einem Gewicht von beachtlichen 2.370 kg ist ein Beispiel für diesen Trend. Das Auto hat im Vergleich zu seinem Vorgänger über 625 kg zugenommen, was ungefähr dem Gewicht eines ganzen Kleinwagens entspricht. Das ist kein Zufall; Für die Automobilhersteller ist es ein notwendiger Kompromiss, um die strengeren Umweltstandards einzuhalten.
Der Druck zur Elektrifizierung
Die Verlagerung hin zu Plug-in-Hybrid-Antrieben (PHEV) ist der Hauptgrund für diese Gewichtszunahme. Während die Hersteller bestehende Verbrennungsmotoren am liebsten weiterentwickeln würden, lassen die Emissionsziele der EU – eine Reduzierung um 55 % bis 2030 und eine Reduzierung um 90 % bis Mitte des Jahrzehnts – wenig Spielraum. Die kommenden Euro-7-Normen, die Ende 2026 in Kraft treten sollen, werden die Angelegenheit noch komplizierter machen, einschließlich der Prüfung auf Reifen- und Bremspartikelverschmutzung.
Das bedeutet, dass Autos wie der RS5 auf Elektrifizierung umsteigen müssen, um lebensfähig zu bleiben. Die Alternative besteht darin, die Zylinderzahl zu reduzieren oder ganz abzuschaffen, wie Mercedes-AMG kürzlich mit der Streichung des Vierzylinder-Modells C63 gezeigt hat.
Warum Bloat jetzt ein Feature und kein Bug ist
Das PHEV-Setup des RS5 Avant ist zwar schwerer, reduziert aber die CO2-Emissionen erheblich auf bis zu 88 g/km – eine Verbesserung um 60 % gegenüber dem alten Nur-Benzin-Modell. Auch der Kraftstoffverbrauch ist dramatisch gestiegen und liegt voraussichtlich bei 60,3 mpg (3,9 l/100 km) gegenüber 24,2 mpg (9,7 l/100 km).
Allerdings hat diese Effizienz ihren Preis: Gewicht. Autohersteller werden durch die wirtschaftliche Realität eingeschränkt. Der umfassende Einsatz von Leichtbaumaterialien wie Kohlefaser würde die Preise weiter in die Höhe treiben und diese Hochleistungswagen zu noch mehr Nischenprodukten machen. Es ist günstiger, Batterien und Elektromotoren hinzuzufügen, als eine komplette Neukonstruktion zur extremen Gewichtsreduzierung durchzuführen.
Die Zukunft der Leistung
Der Trend ist klar: Künftige Performance-Modelle, darunter auch der nächste Audi RS6 Avant, werden wahrscheinlich mit größeren, elektrifizierten Antriebssträngen nachziehen. Sogar der kultige Reihenfünfzylinder von Audi steht vor der Pleite, da sich eine Umrüstung auf die Euro-7-Norm angesichts des relativ geringen Verkaufsvolumens finanziell nicht rechtfertigen lässt.
Das Gewicht des RS5 Avant (595 Pfund schwerer als der vorherige RS6 Avant) ist ein Zeichen für die Zukunft. Die Branche konvergiert auf einen einzigen globalen Modellansatz und vermeidet so die Kosten für separate Versionen nur mit Verbrennungsmotor für bestimmte Märkte.
Letztlich ist die „Aufblähung“ ein strategisches Kalkül. Autohersteller sind gezwungen, der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften Vorrang vor traditionellen Leistungskennzahlen zu geben. Das hohe Leergewicht des RS5 Avant ist kein Konstruktionsfehler; Es ist der Preis für das Überleben in einer Zeit immer strengerer Umweltauflagen.
