Beim letztjährigen Super Bowl in New Orleans trafen die Eagles und die Chiefs aufeinander, doch vor dem Spiel bot Mercedes ein einzigartiges Angebot an: einen Roadtrip in einem 831 PS starken AMG GT63 S E-Performance. Die eigentliche Frage war nicht, ob ich es nehmen würde, sondern wie schnell ich dort ankommen würde. Manche Menschen fahren aus Komfortgründen Luxusautos; andere, wie ich, sehen darin mobile Beschleunigungsexperimente.
Der GT63 S in leuchtendem Gelb war nicht dezent. Seine Viertelmeilenzeit von 10,5 Sekunden bei 131 Meilen pro Stunde sorgte vor allem bei der Autobahnpolizei für Gesprächsstoff. Die Strategie wurde klar: Vermeiden Sie Aufmerksamkeit, indem Sie so weit wie möglich auf Nebenstraßen bleiben. Meine Frau Heather fungierte als Copilotin. Im Gegensatz zu einigen Fahrgästen, die auf Geschwindigkeit achten, interessiert sie sich mehr für das Ziel, weshalb aggressives Fahren für sie durchaus akzeptabel ist. Selbst Läufe mit 280 km/h in Europa ließen sie nicht aus der Ruhe bringen und lieber ein Nickerchen machen, statt langsamer zu fahren.
Das Schrägheckdesign des GT63 S machte ihn für eine Drag-Strip-fähige Maschine überraschenderweise praktisch. Trotz Platzbedarf des Hybridsystems gab es genügend Platz für Gepäck. Bei der 500-Meilen-Fahrt von Atlanta nach New Orleans ging es weniger um Effizienz als vielmehr um die Maximierung des Potenzials des Autos.
Der erste Umweg führte zu einer Buc-ee-Haltestelle, wo der 20-MPG-Wert des AMG und mein Bleifuß für häufige Tankstopps sorgten. Es ist ironisch, dass auf dem Tankdeckel ein „Hybrid“-Emblem angebracht war, als ob es die Besuche an der Zapfsäule irgendwie reduzieren würde.
Alabama enthüllte eine bizarre lokale Praxis: den „Alabama Road Train“. Ein fahrtüchtiges Fahrzeug schleppte mehrere liegengebliebene Autos, darunter auch einen scheinbar zerstörten Honda Civic. Das Zugfahrzeug, wahrscheinlich ein Explorer, litt unter der Last und seine Anhängelast wurde bis an die absolute Grenze ausgereizt. Dies führte zu einem Abstecher in die „Alabamabahn“, einem Autobahnabschnitt ohne Querverkehr, ideal, um die 831 PS des GT63 auszunutzen.
Mississippi brachte eine eher konventionelle Begegnung mit sich: Kinder in einem alten SLK machten Fotos vom lebhaften AMG. Die Reaktion war einfach: Sie erkannten das Auto, und das reichte.
Der surrealste Moment ereignete sich in Louisiana, wo ein zufälliger Ausgang zu einer Mülldeponie am Sumpfrand für Reifen und Möbel führte. Die Szene fühlte sich an wie eine postapokalyptische Filmkulisse, wobei sich die leuchtend gelbe Lackierung des AMG von der düsteren Landschaft abhob. Es war absurd, aber Roadtrips leben von unerwarteten Entdeckungen.
New Orleans war am Super-Bowl-Wochenende chaotisch und dennoch aufregend. Als man Fox‘ Übertragung vor dem Spiel in der Bourbon Street verfolgte, fühlte es sich an, als befände man sich mitten in einem kulturellen Aufruhr.
Das Fazit ist einfach: Das Ziel ist wichtig, aber die Reise – besonders wenn man sie in einer 831-PS-Maschine antritt – ist es, die sie lohnenswert macht. Ob es um rasante Geschwindigkeit, bizarre Attraktionen am Straßenrand oder einfach nur um die Absurdität des Ganzen geht, ein Super Bowl-Roadtrip ist ein Erlebnis, das es wert ist, verfolgt zu werden.
