Hesai Technology, eine dominierende Kraft auf dem LiDAR-Markt, hat mit der Einführung des weltweit ersten 6D-Vollfarb-LiDAR-Sensorchips und der hochauflösenden ETX-Plattform einen bedeutenden Technologiesprung angekündigt. Diese Innovationen, die während des Technologie-Tags der offenen Tür des Unternehmens 2026 vorgestellt wurden, signalisieren einen Wendepunkt in der Branche: weg von einem einfachen Wettlauf um höhere „Linienzahlen“ hin zu einem Fokus auf die Qualität und Tiefe der Umweltwahrnehmung.
Von Schwarzweiß zu Vollfarbe: Der Picasso SPAD-SoC
Um die Bedeutung dieser Einführung zu verstehen, muss man sich die Grenzen der aktuellen Technologie ansehen. Herkömmliche LiDAR-Systeme funktionieren ähnlich wie eine Schwarz-Weiß-Kamera. Sie können den dreidimensionalen Raum (XYZ-Koordinaten) abbilden, um zu zeigen, wo sich ein Objekt befindet und wie seine Form aussieht, aber es fehlen ihnen Farbdaten. Dies macht es für ein Fahrzeug schwierig, sofort zwischen einer roten und einer grünen Ampel zu unterscheiden oder bestimmte Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen allein anhand der Farbe eindeutig zu erkennen.
Der neue Picasso SPAD-SoC -Chip von Hesai löst dieses Problem, indem er die Farberkennung mit Time-of-Flight (ToF) auf Pixelebene verbindet. Das Ergebnis ist eine „6D“-Ausgabe : 3D-Koordinaten (XYZ) kombiniert mit Farbinformationen (RGB).
Zu den wichtigsten technischen Vorteilen gehören:
– Verbesserte Sicht: Eine Photonenerkennungseffizienz (Photon Detection Efficiency, PDE) von über 40 %, was es zur Spitzenklasse der globalen Technologie macht.
– Überragende Klarheit: Die Fähigkeit, kleinere Ziele zu erkennen und eine hohe Leistung auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder in dunklen Umgebungen aufrechtzuerhalten.
– Native 6D-Punktwolken: Echtzeit-Generierung farbgenauer 3D-Karten.
Die ETX-Plattform: Skalierung der Auflösung für mehr Sicherheit
Ergänzt wird der neue Chip durch die ETX-Plattform, ein ultrahochauflösendes System, das für die Bewältigung der enormen Datenmengen entwickelt wurde, die für anspruchsvolles Fahren erforderlich sind. Während sich frühere Industriestandards auf die Erhöhung der Anzahl der Laserlinien konzentrierten, bietet die ETX-Plattform eine beispiellose Dichte mit Konfigurationen, die bis zu 4.320 Linien erreichen – etwa das Drei- bis Vierfache der Kapazität aktueller Flaggschiffprodukte.
Die Leistungskennzahlen der Plattform unterstreichen ihre Fähigkeit, komplexe, reale Hindernisse zu bewältigen:
– Fernerkennung: Bis zu 600 Meter.
– Objekterkennung: Kann kleine Holzblöcke auf 150 m, kleine Tiere auf 280 m und Wasserhindernisse auf 300 m identifizieren.
– Zuverlässigkeit: Nutzung der Photon Isolation 2.0 -Technologie, die Hardware-Design mit intelligenten Algorithmen integriert, um Fehlalarme und verpasste Erkennungen zu minimieren.
Marktkontext: Der Drang zur L3-Autonomie
Dieser technologische Aufschwung wird durch einen schnell wachsenden Markt vorangetrieben. Allein in China ist die Zahl der Neufahrzeuge, die mit werkseitig installiertem LiDAR ausgestattet sind, im Jahr 2025 um über 86 % gestiegen. Während sich die Branche in Richtung Autonomes Fahren der Stufe 3 (L3) bewegt, werden die Anforderungen an die Wahrnehmung deutlich strenger.
Für die komplexe Aufgabe, kleine Ziele auf große Entfernungen zu erkennen oder bei allen Wetterbedingungen eine stabile Wahrnehmung aufrechtzuerhalten, reichen Standardradare nicht mehr aus. Hesais Schritt zur Bereitstellung einer „farbbewussten“ Wahrnehmung schließt genau die Lücke, die Fahrzeuge benötigen, um komplexe städtische Umgebungen sicher und autonom zu navigieren.
Roadmap und Marktposition
Hesai bewegt sich schnell vom Konzept zur kommerziellen Realität. Die ETX-Plattform soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres in Massenproduktion gehen und zwischen 2027 und 2028 in großen Fahrzeugmodellen weltweit eingesetzt werden. Das Unternehmen hat bereits Verträge mit mehreren führenden Automobilherstellern abgeschlossen.
Derzeit nimmt Hesai eine führende Position in der Branche ein und kann sich im Februar eines Marktanteils von 51 % rühmen. Diese Neueinführung stärkt seine Rolle als Hauptanbieter für die nächste Generation autonomer Fahrsysteme.
Der Übergang von der 3D- zur 6D-Wahrnehmung stellt einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Maschinen die Welt „sehen“ und von der bloßen räumlichen Kartierung zum echten Verständnis der Umwelt übergehen.
Schlussfolgerung
Durch die Integration von Farbdaten mit hochauflösender 3D-Kartierung schließt Hesai die kritischen Wahrnehmungslücken, die das autonome Fahren derzeit einschränken. Die ETX-Plattform ist in der Lage, in den kommenden Jahren eine Eckpfeilertechnologie für den Übergang zu Level 3 und höherer Autonomie zu werden.























