Elektrischer BMW M3 soll trotz 1.000-PS-Antriebs zum Benzinpreis passen

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BMW bereitet die Markteinführung seines allerersten vollelektrischen M3 vor, und in einem strategischen Schritt, der darauf abzielt, die Einführung von Elektrofahrzeugen bei Leistungsbegeisterten zu beschleunigen, plant das Unternehmen, ihn ähnlich zu bepreisen wie sein Gegenstück mit Verbrennungsmotor (ICE).

Obwohl der elektrische M3 über einen Viermotoren-Antriebsstrang verfügt, der über 1.000 PS (746 kW) liefert, wird er preislich „auf dem gleichen Niveau“ liegen wie die traditionelle Benzinversion. Diese Preisstrategie signalisiert einen deutlichen Wandel in der Herangehensweise von BMW an Hochleistungsfahrzeuge und deutet darauf hin, dass die Kostenprämie, die häufig mit Elektroantrieben verbunden ist, absorbiert wird, um den Übergang für Kunden leichter zugänglich zu machen.

Die „Zwillings“-Strategie: Gleiches Aussehen, andere Seele

Bei ihrer Einführung im 2027 wird die neue M3-Reihe ein einzigartiges visuelles Paradoxon darstellen. Die Elektro- und die Benzinversion werden von außen nahezu identisch aussehen und als stilistische „Zwillinge“ fungieren, im Inneren werden sie jedoch grundlegend unterschiedliche Maschinen sein.

  • Der elektrische M3 (wahrscheinlich iM3 genannt): Dieses Modell basiert auf der neuen Neue-Klasse-Architektur von BMW und wird seine Grundlage mit der kürzlich vorgestellten elektrischen Limousine BMW i3 teilen. Es verspricht fortschrittliche Technologie, darunter das zentrale Computersystem „Heart of Joy“ und die KI-gesteuerte iDrive-Schnittstelle der nächsten Generation.
  • Der Petrol M3: Dieses Modell wird weiterhin die bestehende CLAR-Plattform nutzen, erhält aber eine Neugestaltung der Karosserie, um sich an die ästhetische Sprache der Neuen Klasse anzupassen.

Sylvia Neubauer, Vertriebschefin von BMW M, betonte, dass sich die Designs zwar annähern, das Fahrerlebnis jedoch das Hauptunterscheidungsmerkmal bleibe. „Es geht nicht nur um Beschleunigung und Leistung, sondern auch um Fahrbarkeit, Manövrierfähigkeit und das Maß an Vertrauen und Verbindung zwischen Fahrer, Auto und Straße“, erklärte Neubauer.

Überbrückung der Kluft zwischen Benzinern und Elektrofahrzeug-Anwendern

BMW erkennt an, dass es nicht jeden traditionellen Enthusiasten über Nacht bekehren kann. Neubauer wies darauf hin, dass sie zwar nicht 100 % der „Petrol-Heads“ zum Wechsel überzeugen können, ihr Ziel jedoch darin besteht, einen erheblichen Teil der Tester durch direkte Erfahrung zu überzeugen. Um dies zu ermöglichen, plant BMW Veranstaltungen, die vor dem Kauf stattfinden und es den Fahrern ermöglichen, den Unterschied aus erster Hand zu spüren, ohne in bestimmte Marketingbereiche eingeteilt zu werden.

„Natürlich werden wir die Benzin-Zielgruppe nicht zu 100 Prozent davon überzeugen können, einen vollelektrischen BMW M3 zu kaufen. Aber von 100 Menschen, die es versuchen, werden wir einige überzeugen können. Und für alle anderen werden wir weiterhin Verbrenner anbieten.“

Ziel ist es, die Integrität der Marke „BMW M“ unabhängig vom Antriebsstrang zu wahren. Ganz gleich, ob ein Kunde das sofortige Drehmoment eines elektrischen Motors oder die mechanische Rückmeldung eines Kolbenmotors bevorzugt, das Versprechen bleibt dasselbe: ein echtes, leistungsstarkes Fahrerlebnis.

Technische Spezifikationen und Leistungskontext

Der elektrische M3 wird voraussichtlich das gleiche technologische Rückgrat wie der serienmäßige i3 50 xDrive nutzen, jedoch mit deutlich verbesserten Leistungskomponenten. Zu den Hauptmerkmalen gehören wahrscheinlich:

  • Antriebsstrang: Ein Quad-Motor-Setup, das über 1.000 PS an alle vier Räder sendet.
  • Batterie: Ein großes Paket mit mehr als 100 kWh, das eine elektrische 800-V-Architektur unterstützt.
  • Laden: DC-Schnellladegeschwindigkeiten bis zu 400 kW.
  • Reichweite: Während spezifische M3-Zahlen unbestätigt sind, bietet der Basis-i3 eine angebliche WLTP-Reichweite von bis zu 900 km und übertrifft damit Konkurrenten wie das Tesla Model 3 Long Range.

Im Vergleich dazu leistet der aktuelle Benziner M3 (S58-Motor) 353 kW und 550 Nm und beginnt bei 169.100 $ (vor Straßenkosten). Der M3 Competition xDrive bietet 390 kW und 650 Nm für 186.900 $, während der M3 CS Touring als Spitzenmodell 405 kW für 253.900 $ erreicht. Wenn der elektrische M3 diesen Preispunkten entspricht, stellt er angesichts des massiven Leistungssprungs ein erhebliches Wertversprechen dar.

Fazit

Die Strategie von BMW für den M3 der nächsten Generation spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: Demokratisierung der elektrischen Leistung. Durch wettbewerbsfähige Preise und das Angebot identischer Stilmerkmale möchte BMW die Reibungspunkte für Käufer, die über einen Umstieg auf Elektrofahrzeuge nachdenken, verringern. Der Erfolg dieses „Zwillings“-Ansatzes wird davon abhängen, ob die elektrische Variante die gefühlvolle Fahrverbindung liefern kann, die die Marke M ausmacht und beweist, dass Leistung nicht mehr nur durch Pferdestärken, sondern durch die Qualität des Fahrerlebnisses definiert wird.