Ford und Geely vereinbaren Vereinbarung zur Wiederbelebung des stillgelegten spanischen Werks mit der Produktion von Elektrofahrzeugen

19

Berichten zufolge schließt die Ford Motor Company eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Autohersteller Geely ab, um ungenutzte Produktionskapazitäten in Europa neu zu nutzen. Die Vereinbarung beinhaltet den Verkauf einer bestimmten Montagelinie im Ford-Werk Valencia in Spanien und markiert einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie alte westliche Automobilhersteller asiatisches Know-how nutzen, um den Übergang zu Elektrofahrzeugen (EV) zu bewältigen.

Wiederbelebung des Werks in Valencia

Berichten von La Tribuna de Automoción zufolge hat Geely einen Vertrag zum Erwerb der Body-3-Montagelinie im Ford-Werk in Almussafes, südlich von Valencia, unterzeichnet. Diese derzeit modernste Linie am Standort ruht seit 2023, nachdem die Förderbänder Galaxy und S-Max eingestellt wurden. Zuvor wurden das Schrägheckmodell und der Kombi Mondeo produziert.

Derzeit arbeitet das Werk in Valencia mit reduzierter Kapazität und konzentriert sich hauptsächlich auf den Kuga SUV. Der größte Teil der Kuga-Fertigung erfolgt auf der älteren Linie Body 2, mit zusätzlichen Montagearbeiten an Body 1. Die Übernahme von Body 3 ermöglicht Geely die Aktivierung einer High-Tech-Infrastruktur, die sonst ungenutzt bleiben würde, was der lokalen Industrietätigkeit einen sofortigen Schub verleiht.

Eine neue Ära der kollaborativen Fertigung

Lokale Branchenquellen weisen darauf hin, dass Geely beabsichtigt, diese Anlage zur Produktion von Fahrzeugen auf Basis seiner Global Intelligent Electric Architecture (GEA) zu nutzen. Diese Plattform unterstützt eine vielseitige Palette von Antriebssträngen, darunter Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und vollelektrische Optionen.

Entscheidend ist, dass der Deal über die einfache Raummiete hinausgehen kann. Berichten zufolge diskutieren Ford und Geely über eine Vereinbarung, wonach Geely ein bestimmtes Modell für Ford herstellt. Sollte dies umgesetzt werden, wäre Geely der dritte große Partner, den Ford zur Verstärkung seines europäischen Elektrofahrzeugangebots engagiert hat:

  1. Volkswagen-Konzern : Stellt die MEB-Architektur für die in Köln, Deutschland, hergestellten Elektro-SUVs Ford Explorer und Capri bereit.
  2. Renault : Vereinbarte die Produktion von zwei von Ford entwickelten Elektrofahrzeugen auf Basis der gemeinsamen Plattform mit dem Renault 5 E-Tech und 4 E-Tech.
  3. Geely : Mögliche Ergänzung einer dritten Säule der gemeinschaftlichen Produktion in Spanien.

Diese Strategie unterstreicht einen breiteren Branchentrend: Anstatt die vollen Kosten und Risiken der Entwicklung proprietärer EV-Plattformen zu tragen, „kaufen“ alte Automobilhersteller zunehmend Technologien oder gehen Partnerschaften ein, um ihre Elektrifizierungsziele zu beschleunigen.

Der Kandidat: Geelys EX2

Wenn die Berichte stimmen, handelt es sich bei dem für die Produktion in Valencia vorgesehenen Fahrzeug wahrscheinlich um den Geely EX2. Dieser Kompakt-SUV hat bereits große Marktattraktivität bewiesen:

  • Abmessungen : 4,1 Meter lang, was ihn als stadttauglichen Kompakt-SUV positioniert.
  • Antriebsstrang : Derzeit mit elektrischen Hinterradantriebsoptionen erhältlich, entweder mit einem 58-kW-Motor mit einer 30-kWh-Batterie oder einem 85-kW-Motor mit einer 40-kWh-Batterie.
  • Markterfolg : Seit seiner Einführung Ende 2024 hat sich der EX2 in China zu einem Phänomen entwickelt und allein im Jahr 2025 465.000 Einheiten verkauft und ist damit das meistverkaufte Modell des Landes.

Strategische Implikationen: Zölle und Wettbewerb

Die Entscheidung, diese Fahrzeuge in Spanien zu produzieren, hat erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Durch die Produktion in der EU kann Geely – und möglicherweise auch Ford – den 35,4 %-Zoll umgehen, den die Europäische Union auf in China hergestellte reine Elektroautos erhebt. Dadurch bleiben die Fahrzeuge im Vergleich zu europäischen Konkurrenten preislich konkurrenzfähig und halten gleichzeitig die Handelsbestimmungen ein.

Ford ist in dieser Wende nicht allein. Anfang dieser Woche bestätigte Nissan, dass es eine von zwei Produktionslinien in seinem Werk in Sunderland im Vereinigten Königreich schließen werde. Gerüchten zufolge befindet sich Nissan in Gesprächen über den Verkauf der stillgelegten Linie an Dongfeng, seinen chinesischen Joint-Venture-Partner.

Diese Schritte signalisieren einen Strukturwandel in der europäischen Automobilindustrie. Traditionshersteller verwandeln ihre nicht ausgelasteten Fabriken zunehmend in Zentren für chinesische Technologie und Produktion und verbinden dabei westliche Markenwerte mit asiatischer technischer Effizienz.

Fazit

Der gemeldete Ford-Geely-Deal stellt eine pragmatische Lösung für zwei dringende Probleme dar: Fords Notwendigkeit, sein erschwingliches Elektrofahrzeugportfolio ohne massiven Kapitalaufwand zu erweitern, und Geelys Wunsch nach einer europäischen Produktionspräsenz, die Strafzölle vermeidet. Da immer mehr alteingesessene Automobilhersteller ähnliche Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen in Betracht ziehen, wandelt sich die europäische Automobillandschaft von einem isolierten Wettbewerb zu einer komplexen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.