Los Angeles hat 30 Jahre und 400 Millionen US-Dollar in den Aufbau eines der fortschrittlichsten Verkehrsmanagementsysteme in den Vereinigten Staaten investiert. Das Projekt umfasste den Einsatz von Magnetsensoren unter Straßen und die Installation von Hunderten von Kameras auf der Fläche von 469 Quadratmeilen der Stadt. Das Ziel war einfach: Verwenden Sie ein zentrales Computersystem, um Echtzeitdaten zu erfassen und 4.500 Ampeln zu synchronisieren, um den Stau zu reduzieren.
Als das System 2013 in Betrieb ging, waren die Ingenieure zufrieden. Die durchschnittliche Verkehrsgeschwindigkeit stieg um 16 Prozent. Die Zeit, die für eine Fahrt von 5 Meilen benötigt wurde, sank von 20 Minuten auf 17,2 Minuten. Es schien ein Sieg zu sein. Dann kam das Jahr 2018 und Los Angeles war immer noch die Nummer 1 der Stadt mit dem höchsten Stau in den USA.
Warum wurde mit dem Geld also keine Erleichterung erkauft? Tim Lomax, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Texas A&M Transportation Institute mit 35 Jahren Erfahrung in der Verkehrsanalyse, sagt, adaptive Signale seien gut, aber sie seien nicht das Allheilmittel, das Pendler erwarten.
Wie die Signalsynchronisation tatsächlich funktioniert
Das Konzept ist einfach. Die Verkehrsleitzentrale einer Stadt berechnet, wann eine Gruppe von Autos eine Kreuzung erreichen wird, vorausgesetzt, sie fahren mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Das Signal wird so eingestellt, dass es gerade dann grün wird, wenn die Gruppe eintrifft. Hauptstraßen erhalten mehr „grüne Zeit“ als Nebenstraßen mit geringerem Verkehrsaufkommen.
Das bedeutet nicht, dass Sie endlos grünes Licht geben werden. Dies bedeutet, dass alle Signale auf einer Hauptstraße nach der Bedienung von Nebenstraßen die gleiche Taktlänge haben. Im Idealfall schaltet die Ampel wieder auf Grün, wenn die nächste Fahrzeuggruppe eintrifft. Los Angeles ging weiter als viele andere Städte und nutzte Kameras und Sensoren, um diese Zeiten in Echtzeit anzupassen.
„Wenn Sie mir sagen, dass das das Muster des Verkehrsflusses ist, kann ich ein ziemlich gut funktionierendes Verkehrssignalsystem entwerfen“, sagt Lomax.
Lomax erklärt, dass synchronisierte Lichter am besten funktionieren, wenn der Verkehr vorhersehbar in eine Richtung fließt. Denken Sie an das klassische Pendlermuster: Morgens von der Vorstadt in die Innenstadt, abends von der Stadt in die Vorstadt. In diesem Szenario können Sie der stark befahrenen Richtung längere grüne Ampeln geben und diese so einstellen, dass die Autos in Bewegung bleiben.
Das Problem ist, dass moderne Wirtschaftslandschaften nicht so einfach sind. Arbeitsplätze und Bevölkerung sind über die Ballungsräume verteilt. Ein hohes Pendleraufkommen findet oft zwischen zwei Vororten statt, nicht nur in die Innenstadt. Dadurch entsteht an kritischen Engpasskreuzungen gleichzeitig starker Verkehr aus beiden Richtungen.
Warum Retiming Geld kostet und oft ins Stocken gerät
Die Neuausrichtung von Ampeln ist teuer und arbeitsintensiv. Laut einer Studie von Texas A&M sollten Städte damit rechnen, zwischen 3.500 und 4.000 US-Dollar pro Kreuzung auszugeben. Außerdem sind 20 bis 30 Arbeitsstunden erforderlich, um jedes Signal zu analysieren und neu zu timen.
Probleme mit der Gerichtsbarkeit machen es noch schlimmer. Wenn eine Straße durch verschiedene Gemeinden führt, wird die Koordination schwierig. Was passiert, wenn ein Vorort sich weigert, für die Modernisierung zu zahlen? Diese einzelne Ablehnung kann eine Neuplanung über Jahre hinauszögern.
Atlanta bietet ein krasses Beispiel. Das letzte Mal, dass die Ampeln vollständig synchronisiert waren, war Mitte der 1970er Jahre, als die Stadt an 320 Kreuzungen Signale hatte. Bis 2011 kamen in Atlanta weitere 945 Kreuzungen hinzu, die nicht Teil des Koordinierungssystems waren.
Lomax weist darauf hin, dass schlecht getaktete Signale zu erheblichen Verzögerungen führen. Wenn eine Stadt von einem schlecht getakteten System auf ein gut getimtes System in einem wachsenden Gebiet umsteigt, kann sie die Hälfte der Verzögerung oder sogar mehr einsparen. Er definiert Verspätung als den Unterschied zwischen den Reisezeiten bei verkehrsarmen und verkehrsreichen Zeiten.
Weitere Faktoren, die zu Staus führen
Synchronisierte Lichter sind nur ein Werkzeug. Als weitere wirksame Strategie nennt Lomax die Unfallbeseitigung. Pendler ärgern sich weniger über lange Fahrzeiten als über unvorhersehbare. Ein täglicher 45-minütiger Arbeitsweg, der plötzlich zu einem anderthalbstündigen Arbeitsweg wird, ist das, was die Menschen stresst. Unfälle und stehengebliebene Autos sind die häufigsten Ursachen für diese unerwarteten Verzögerungen.
Es gibt auch eine Verhaltensfalle. Sobald die Menschen merken, dass sich der Stau auf einer Straße verringert hat, werden sie ermutigt, darauf zu fahren. Mehr Menschen steigen in ihre Autos. Die Zahl der Fahrzeuge auf der Straße nimmt zu. Der Verkehr kehrt zurück.
Welche Städte haben den schlechtesten Verkehr?
Im Jahr 2018 hat INRIX, ein globales Verkehrsanalyseunternehmen, die Städte in den USA mit der schlechtesten Verkehrsdichte eingestuft. Die Liste:
- Los Angeles
- New York City
- San Francisco
- Atlanta
- Miami
Die Technik hat geholfen. Die Zahlen haben es bewiesen. Aber die Physik und das menschliche Verhalten gewannen weiter.























