Eine umfassende Untersuchung der Competition and Markets Authority (CMA) hat zu einem erheblichen Vorgehen gegen „Drip Pricing“-Praktiken in der Fahrschulbranche geführt. Der Besitzer der AA Driving School und der British School of Motoring (BSM) wurde angewiesen, Hunderttausende Pfund an mehr als 80.000 Fahrschüler zurückzuerstatten.
Die Untersuchung: Was ist schief gelaufen?
Die im November 2025 gestartete Überprüfung der CMA konzentrierte sich auf die Online-Buchungsprozesse von Automobile Association Developments Limited. Die Aufsichtsbehörde stellte fest, dass das Unternehmen es zwischen April und Dezember 2025 versäumt hatte, die vollen Kosten für den Unterricht in der Anfangsphase der Buchungsreise offenzulegen.
Die Untersuchung hat insbesondere den Einsatz von „Drip Pricing“ hervorgehoben – eine Taktik, bei der eine obligatorische Gebühr vom beworbenen Preis einbehalten und erst später im Bezahlvorgang bekannt gegeben wird. In diesem Fall war eine Buchungsgebühr von 3 £** nicht im ursprünglichen Preis enthalten, der den Lernenden angezeigt wurde.
„Wenn eine Gebühr obligatorisch ist, ist das Gesetz klar: Sie muss von Anfang an im Preis enthalten sein … damit Verbraucher immer wissen, was sie zahlen müssen“, erklärte Sarah Cardell, Geschäftsführerin der CMA.
Finanzielle Konsequenzen und Strafen
Der Umfang der Regulierungsmaßnahmen ist erheblich und spiegelt die Auswirkungen dieser Praktiken auf eine große Anzahl von Verbrauchern wider:
- Rückerstattungen durch Kunden: Insgesamt werden 760.000 £ an die betroffenen Lernenden verteilt. Obwohl die Gesamtsumme hoch ist, wird die durchschnittliche Auszahlung pro Person voraussichtlich bei ungefähr £9 liegen.
- Behördliche Geldbuße: Automobile Association Developments Limited wurde mit einer Geldstrafe von 4,2 Millionen £ belegt. Dieser Betrag wurde von ursprünglich 7 Millionen Pfund reduziert, nachdem das Unternehmen zugegeben hatte, gegen das Verbraucherrecht verstoßen zu haben.
Der Branchenkontext: Warum „Drip Pricing“ wichtig ist
Dieses Urteil ist Teil eines umfassenderen Regulierungstrends, der darauf abzielt, die Transparenz im digitalen Handel zu erhöhen. Drip Pricing ist eine umstrittene Taktik, die dazu dient, Dienstleistungen billiger erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sind, und Verbraucher oft zum Kauf zu verleiten, bevor sie den endgültigen Preis erkennen.
Für Fahrschüler – eine Bevölkerungsgruppe, die oft mit knappen Budgets auskommt – können diese versteckten Kosten besonders frustrierend sein. Das Eingreifen der CMA signalisiert einen Null-Toleranz-Ansatz gegenüber jeder digitalen Schnittstelle, die die tatsächlichen Kosten einer Transaktion verschleiert, unabhängig davon, wie gering die einzelne Gebühr erscheinen mag.
Antwort von AA und BSM
Ein Sprecher der Fahrschulen äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis der Untersuchung, erkannte jedoch die Notwendigkeit einer Änderung an.
Das Unternehmen beharrte zwar darauf, dass die Gebühr von 3 £ vor Abschluss des endgültigen Kaufs offengelegt worden sei, räumte jedoch ein, dass sie bereits zu Beginn des Online-Buchungsprozesses hätte sichtbar sein müssen. Als Reaktion auf die Feststellungen der CMA hat das Unternehmen seine Website aktualisiert, um sicherzustellen, dass die Buchungsgebühr im Vordergrund steht, und hat mit der Gewährung von Rückerstattungen begonnen.
Schlussfolgerung
Die Entscheidung der CMA zwingt große Fahrschulen dazu, völlige Preistransparenz einzuführen und sicherzustellen, dass obligatorische Gebühren im Voraus offengelegt werden und nicht beim Bezahlvorgang hinzugefügt werden. Dieses Urteil ist eine Warnung an alle digitalen Einzelhändler, dass versteckte Kosten, egal wie gering sie auch sein mögen, eine Verletzung der Verbraucherrechte darstellen.






















