Ein Auto als „Klassiker“ zu bezeichnen, fühlt sich manchmal wie eine Beleidigung an. Sofern es nicht schon seit fünfzig Jahren tot ist, gehen die Leute davon aus, dass es auf einen Schrottplatz oder, schlimmer noch, in eine McDonald’s-Durchfahrtsstraße gehört.
Damals lebten Enthusiasten und Pendler an entgegengesetzten Enden eines Venn-Diagramms, das sich nie ganz berührte. Enthusiasten hassten moderne Technologie; Moderne Autofahrer hassten klappernde Vintage-Blechbleche. Jetzt werden wir jedoch alle in die Mitte gezwungen.
Elektrofahrverbote, Staugebühren, Radarkameras. Die Kreuzung ist kein theoretisches Konzept mehr, sie ist unser einziger Ausweg. Wir alle werden zu Sammlern moderner Klassiker, ob wir es nun geplant haben oder nicht.
Was zählt eigentlich?
Es gibt keine strengen Regeln, was frustrierend, aber auch befreiend ist.
Ed Callow von der Auktionsseite Collecting Cars bezeichnet moderne Klassiker als das „demokratisierte“ Ende des Sammlermarktes. Er argumentiert, dass der Begriff für Fahrzeuge aus den späten Achtzigern, Neunzigerjahren und sehr frühen Zweitausendern gilt. Diese vage Zeit, in der sich die Technik verbesserte, die Seele aber noch nicht vollständig digitalisiert war.
Für diese Liste betrachten wir jedoch nur die Zeit nach 2000. Warum eine willkürliche Linie zeichnen? Denn Präzision ist ein Mythos, und ein zuverlässiger Gebrauchtwagen aus dem Jahr 2015 auch.
„Im Kern sind moderne Klassiker ‚demokratisiert‘.“
— Ed Callow, Autos sammeln
Mercedes-Benz CLS (2003-20 mechanisch)
Preisspanne: 2.500 £ – 10.000 £
Ein Oxymoron aus Stahl. Es wurde als viertüriges Coupé vermarktet. Kritiker lachten, aber die Käufer zahlten trotzdem.
Basierend auf dem E-Klasse-Chassis sah dieses Ding im Jahr 2004 auf der Straße wie nichts anderes aus. Es behielt das Mercedes-Prestige, die Teillederausstattung und die tatsächlich funktionierende Klimaanlage, verpackte es jedoch in eine Karosserieform, die Parksensoren ein Jahrzehnt lang verwirrte. Alle Modelle hatten Hinterradantrieb. Siebengang-Automatikgetriebe waren Standard oder eine Option, je nachdem, wie man die Luftfederung berücksichtigt.
Heute ist der Mk1 spottbillig. Aber billige Autos gehen auf teure Weise kaputt.
Bei den frühen Benzinmotoren muss man auf die Ausgleichswellen achten. Ein Besitzer sagte uns, wir sollten die ersten Jahre ganz meiden, keine Witze. Getriebedrehzahlsensoren fallen lautlos aus. Bei den Dieseln blockieren die Einlasskanal-Absperrmotoren. Sie kaufen es wegen der Form, nicht weil es der Traum eines Mechanikers ist.
Porsche Cayman (2005-21 mechanisch)
Preisspanne: 7.500 £ – 30.000 £
Platzieren Sie den Motor hinter sich, aber vor den Rädern, und plötzlich fühlen Sie sich leichter. Das ist die Magie der 987-Generation.
Dies ist ein moderner Porsche mit Sechszylinder-Boxermotor, der sich gut benimmt. Bei einem 911 aus dieser Zeit verleitet die Anordnung des Heckmotors dazu, sich in jeder Kurve den Kopf zu zerbrechen. Der Cayman platziert den Motor dort, wo die Physik es vorschreibt. Sie können sich Freiheiten nehmen. Harte.
Das Sechsgang-Schaltgetriebe ist der richtige Weg. Die Pedale sind gut gewichtet, die Gangwechsel sind knackig, das Feedback ist analog in einem Meer von Touchscreens.
Es gibt das automatisierte PDK-Getriebe. Es ist schneller. Wirklich rasend schnell. Aber wollen Sie wirklich nach diesen winzigen Schaltknöpfen am Lenkrad suchen? Manchmal kostet Geschwindigkeit Verbindung. Ist das ein lohnenswerter Kompromiss, wenn Sie einfach nur den schreienden Sechszylinder-Boxermotor hören wollten?
Auch die Preise für den Cayman steigen bereits. Nicht weil es makellos ist, sondern weil es besser fährt als fast alles andere, was nach der Jahrtausendwende hergestellt wurde.
