NextEV ist noch nicht gerade ein bekannter Name. Die chinesische Marke erlangte keinen Zufall. Es gewann 2014 die allererste Formel-E-Meisterschaft. Nelson Piquet Jr. saß am Steuer eines elektrischen Monopostos und bewies, dass das Konzept funktionierte. Bei diesem Sieg ging es nicht nur um den Pokal. Es war der Proof of Concept für leistungsstarke Elektrofahrzeuge.
Also wurde das Unternehmen größer. Sie beschlossen, ein Straßenauto zu bauen. Kein Pendler. Kein Crossover. Ein Hyperauto. Das Ziel war einfach. Reproduzieren Sie die Dominanz der Rennstrecke auf öffentlichen Straßen. Schlagen Sie Ferrari, Porsche und Lamborghini durch pure Geschwindigkeit und Technik.
Geben Sie den NIO EP9 ein. Die Spezifikationen sind einschüchternd. Ein Monocoque-Chassis komplett aus Kohlefaser. Höchstgeschwindigkeit? 313 km/h. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert nur 2,5 Sekunden. Null auf 200 km/h folgt in 7,5 Sekunden.
Vergleichen Sie das mit dem Mission E-Konzept von Porsche. Die deutsche Elektrolimousine beschleunigt in weniger als 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der NIO ist deutlich schneller vom Band.
Wie der NIO EP9 1.360 PS erreicht
Die Stromversorgung erfolgt über vier unabhängige Motoren. Jeder Motor verfügt über ein eigenes Getriebe. Die Gesamtleistung beträgt 1.360 PS. Das ist kein Tippfehler.
Die Energie kommt von einem einzigartigen Antriebsstrang. Austauschbare Akkupacks, die mit 777 Volt betrieben werden. Die Reichweite beträgt 427 Kilometer. Aber der eigentliche Trick ist der Tausch.
NextEV gibt an, dass Sie die Akkus in acht Minuten austauschen können. Eine vollständige Aufladung dauert 45 Minuten. Dabei geht es nicht nur um die Ladegeschwindigkeit. Dies ist ein logistischer Vorteil für den Einsatz auf der Rennstrecke.
Nürburgring und Paul Ricard Leistungsrekorde
Um zu beweisen, dass es sich bei den Zahlen nicht nur um Labortests handelte, brachte NextEV den EP9 zum Nürburgring. Die Nordschleife. Die Grüne Hölle.
Das Auto absolvierte eine Runde in 7 Minuten und 5,12 Sekunden. Das stellte einen neuen Rekord für Elektrofahrzeuge auf. Es übertraf den vorherigen Benchmark deutlich.
Das Mission E-Konzept von Porsche schaffte die Runde später in knapp acht Minuten. Das NIO behauptete sich. Es war nicht nur schnell. Es war durchweg schneller als der etablierte deutsche Rivale.
Das Auto fuhr auch Runden auf der französischen Rennstrecke Paul Ricard. Dort betrug die Zeit 1 Minute und 52,78 Sekunden. Damit wurde der alte Elektroauto-Rekord von 2 Minuten und 40 Sekunden gebrochen.
Warum der NIO EP9 24.000 Newton Abtrieb erzeugt
Im Cockpit ist das Erlebnis tiefgreifend. Denken Sie an einen Kampfjet.
Bei starkem Bremsen beträgt die Verzögerung 3,3 G. Die Seitenführungskräfte erreichen 2,5 G bei 230 km/h. Die Aerodynamik ist aktiv und aggressiv.
Bei 240 km/h erzeugt das Auto 24.000 Newton Abtrieb. Das ist gewaltig. Es fixiert das Auto auf der Strecke. Beim Handling kommt es weniger auf den Grip als vielmehr auf das Vertrauen in die Physik an.
Wem gehören die sechs NIO EP9-Einheiten?
Exklusivität ist fester Bestandteil des Geschäftsmodells. Es wurden nur sechs Einheiten gebaut. Das Preisschild? 1,2 Millionen Dollar pro Auto. Die Gesamtproduktionskosten sind hoch.
Aber sie sitzen nicht in einem Museum. Alle sechs wurden verkauft. Die Käufer? Die Investoren, die NextEV gegründet haben.
Das sind keine Sammler, die sie verstecken. Sie nutzen die Autos als rollende Werbetafeln. Der EP9 ist ein Flaggschiff. Es bestätigt die technische Leistungsfähigkeit der Marke.
Der eigentliche Test für NextEV kommt später. Die Veröffentlichung eines konventionelleren Serienmodells ist für 2017 geplant. Der EP9 war nie als Verkaufsschlager gedacht. Es war der Beweis dafür, dass chinesische Ingenieurskunst die alte Garde übertreffen konnte.
War es ihnen gelungen? Die Runde























